Neue Projekte

Die nachstehenden Projekte befinden sich in der Anlaufphase. Der Vorstand der Stiftung hat die Förderung für diese Projekte bewilligt und sieht den ersten Forschungsberichten zu Themen wie Orthopädie, Endoprothesen und Gelenkersatz bei Arthrose mit großem Interesse entgegen.



S 01/22: "Vergleich des Setzverhaltens zweier unterschiedlicher zementfreier Kurzschaftsysteme in der Hüftendoprothetik"
Dr. Brodt / Prof. Matziolis, Eisenberg

Abstract: In der klinischen Praxis kann es mitunter zu einem deutlichen "overstuffing" der Originalprothese gegenüber der Schaftraspel und somit zu einer ungewünschten Beinverlängerung kommen. Ziel dieser Studie ist es, das Setzverhalten unterschiedlicher Kurzschaftsysteme gegenüber den jeweiligen Schaftraspeln zu untersuchen. Es handelt sich um eine prospektiv randomisierte Studie. Es sollen 2 unterschiedliche Hüftschäfte (Schaft A und Schaft B) miteinander verglichen werden. Zu Hüftschaft A existieren 2 unterschiedliche Raspelsysteme, die beide ebenfalls in die Untersuchung eingebracht werden.
Bei der Implantation der HTEP wird dann mittels Navigationssystem der Sitz der Originalprothese gegenüber der Schaftraspel gemessen.
Zusätzlich erfolgt neben der klinischen die radiologische Messung der Beinlängen mittels standardisiertem EOS postoperativ, sowie nach 3, 12 und 24 Monaten.


S 04/21: "Ist eine Komplementaktivierung für die Wechselbeziehung zwischen Arthrose und Diabetes mellitus Typ 2 verantwortlich - kann Komplement im Gelenk durch Vitamin K2 beeinflusst werden?"
Dr. Schulze-Tanzil, Nürnberg

Abstract: Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2 (DMT2) sind häufige Begleiterkrankungen bei Osteoarthrose (OA), die zu ihrer Entstehung und ihrem Fortschreiten beitragen. Die molekularen Veränderungen und aktivierten Signalwege, die bei DMT2 eine OA-Entstehung begünstigen könnten, sind jedoch kaum aufgeklärt. Es ist mittlerweile bekannt, dass eine Dysregulation und vermehrte Aktivierung von Komplement, eines Teils des angeborenen Immunsystems, in der OA-Entstehung eine wichtige Rolle spielt. Auch bei einem DMT2 ist eine gesteigerte Komplementaktivierung zu beobachten. Das Vitamin K2 hat protektive Wirkung bei DMT2 und wahrscheinlich auch bei OA. Der Effekt auf eine Komplementexpression ist jedoch unbekannt. Im Projekt soll im in vitro und in situ Experiment (Gelenkgewebe und Knorpelzellen) ermittelt werden, ob die Wechselbeziehung zwischen OA und DMT2 auf einer Fehlregulation von Komplementfaktoren und gesteigerter Komplementaktivität beruhen könnte.


S 03/21: "Verbesserung der mikrobiologischen Diagnostik bei periprothetischen Infektionen durch Optimierung der Präanalytik"
Dr. Theil, Münster

Abstract: Der Identifikation der auslösenden Erreger einer periprothetischen Infektion kommt sowohl bei der Sicherung der Diagnose, also auch bei der gezielten chirurgischen und antimikrobiellen Therapie eine entscheidende Rolle zu wobei sog. kultur-negative Infektionen ein wiederkehrendes Problem sind. Nicht optimale Lagerungs- und Transportbedingungen nach Gewebeentnahme im OP können ein möglicher Faktor für einen fehlenden Keimnachweis sein. Ziel der Arbeit ist die Untersuchung verschiedener Einflussfaktoren in der Präanalytik auf die Kulturresultate. Die entnommenen Gewebestücke werden steril am OP Tisch geteilt und randomisiert, neben der konventionellen Kultur, direkt in Nährlösung (Thioglykolat) gegeben und anschließend bei verschiedenen Temperaturen (Raumtemperatur, Kühlung 4° Celsius und Körpertemperatur) über Nacht bebrütet. Anschließend erfolgt ein 14 tägige standardisierte Bebrütung und Vergleich der Anzahl positiver Kulturen, als auch der nötigen Bebrütungszeit.


S 02/21: "Prädiktiver Wert von Komorbiditäten und individuellem Risikoprofil für die Revisionsrate in der Primär- und Wechselendoprothetik"
Dr. Wolf, Heidelberg

Abstract: Die Beratung und Therapie von Patienten mit besonders komplexen endoprothetischen Fragestellungen im Primär-, Revisionsfall oder Re-Revisionsfall findet in den Endoprothetikzentren der Maximalversorgung (EZPmax) statt, bei besonderem Risikoprofil und multiplen Folgeoperationen häufig im universitären Setting. Die Abwägung des peri-/operativen Risikos mit dem zu erwartenden Nutzen ist dadurch in diesen Zentren häufig besonders fordernd. Es bleibt jedoch unklar, welche Faktoren für das Auftreten von Revisionsoperationen und Ziel dieser retrospektiven Studie ist, das Auftreten perioperativer Majorkomplikationen und Revisionsoperationen an einem EPZmax im universitären Setting zu untersuchen und Risikofaktoren für diese zu identifizieren. Auf dieser Basis soll dann ein Prädiktionswerkzeug für Revisionsoperationen entwickelt und bei Erfolg in der Präoperativen Beratung und Aufklärung der Patienten genutzt werden.



S 01/21: "Die Primärstabilität des TendoClips zur Tubercula-Refixation bei anatomischen und inversen Schulter-TEPs zur Versorgung von Humeruskopf-Frakturen im Vergleich zur 3D-Faden-Cerclage. Kurztitel: Primärstabilität eines neuen TendoClip-Fixations-Verfahrens zur Tubercula-Refixation an Schulter-TEPs."
Dr. Patzer, Düsseldorf / Heidelberg

Abstract: Die suffiziente Refixation und Einheilung ist für die Funktion einer anatomischer und inversen Schulter-TEP zur Therapie der Humeruskopf-Fraktur entscheidend.
Die klassische Refixation mit Fadencerclagen ist zeitaufwendig und führt gemäß gegenwärtiger Studienlage in nur 60-70% zur Einheilung.
Daher wurde ein neuartiger so genannter TendoClip zur standardisierten, einfachen und suffizient primärstabilen Tubercula-Refixation an Schuler-TEPs entwickelt.
Eigene biomechanische Vorversuche an porcinen Tubercula mit anhaftender Rotatorenmanschette ergaben mit dem TendoClip vielversprechende Ergebnisse im Vergleich zu verschiedenen Cerclagen mit Drähten oder Fäden.
Ziel dieser Arbeit ist nun der biomechanische Vergleich einer standardisierten 3 D-Fadencerclage mit dem TendoClip an Schulter TEPs bei 8 gepaarten fresh frozen humanen Schulter-Kadavern.



S 03/20: "Femorotibiale und patellofemorale Kinematik sowie patellofemorale Druckverteilung in Abhängigkeit von verschiedenen PE-Inlays („medialcongruent“, „ultra-congruent“ und „standard-cruciate-retaining“) bei CR-Knie- Totalendoprothesen" Dr. Faschingbauer, Universitätsklinik am RKU

Abstract: In der aktuellen Literatur werden bis zu 20% nicht gänzlich zufriedene Patienten nach Knie-Totalendoprothese (K-TEP) beschrieben. Versuche, die Patientenzufriedenheit zu erhöhen, beinhalten auch Bestrebungen, die Kniekinematik nach K-TEP, hin zum natürlichen Kniegelenk, zu verbessern. Neuere Kniesysteme versuchen unter anderem das natürliche mediale und laterale Pivotieren nachzuahmen.
Der anteriore Knieschmerz nach K-TEP wird mit bis zu 8% angegeben. Unzweifelhaft kann festgehalten werden, dass Änderungen im Tibiofemoralgelenk Auswirkung auf das Patellofemoralgelenk haben, dies wird durch das eher nicht zufriedenstellende Outcome nach sekundärem Retropatellarersatz unterstrichen. Der Zusammenhang von veränderter Kinematik im tibiofemoralen Kompartiment und patellofemoralem Gelenk ist in der aktuellen Literatur unterrepräsentiert. So bleibt bisher völlig unbeantwortet, welche kinematischen und auch Druck-Veränderungen im patellofemoralen Gelenk durch Änderungen im tibiofemoralen Kompartiment, wie verschiedenes Pivot-Verhalten inklusive verändertem Roll-back, auftreten. Diesen Überlegungen folgend wurden unterschiedliche Fragestellungen entwickelt, welche nach Durchführung des Projektes beantwortet werden sollen.



S 02/20: "Eine prospektive Fall-Kontroll-Studie zur Analyse der differentiellen Expression von Micro-RNAs im peripheren Blut sowie im infizierten Gewebe bei Patienten mit Prothesen- und Weichteilinfektionen." Dr. Akgün, Dr. Moroder,
Dr. Plachel, Charité Universitätsmedizin Berlin

Abstract: Implantat-assoziierte Infektionen stellen eine relevante Komplikation in der modernen Orthopädie und Unfallchirurgie dar, die in rund 1–2% der Fälle nach primärer Prothesenversorgung auftritt und oft mit einem schlechten klinisch-funktionellen Ergebnis assoziiert ist. Keine der aktuell verfügbaren diagnostischen Methoden ist in der Lage als Einzeltest die Diagnose einer periprothetischen Infektion mit einer 100% Sicherheit zu untermauern. Daher bedarf es nach wie vor neuer diagnostischer Verfahren mit hoher Validität. Micro-RNAs (miRNAs) als kleine, nicht-kodierende Moleküle bestehend aus ca. 18-24 Nukleotiden spielen eine bedeutende regulatorische Rolle bei beinahe allen biologischen Prozessen.Das Ziel der vorliegenden Studie ist es, typische miRNA-Profile aus peripherem Vollblut sowie periprothetischem Gewebe von Patienten mit einer periprothetischen Infektion zu identifizieren.



S 01/20: "Einfluss der kinematischen Ausrichtung einer Knieprothese auf die Gelenkkinematik und den Polyethylenverschleiß."
Prof. Dr. Kretzer, Universität Heidelberg

Abstract: Das kinematische Ausrichten einer Knieendoprothese (Kinematical Alignment) stellt eine vielversprechende Alternative zum standardmäßig verwendeten Mechanical Alignment dar. Bein Kinematical Alignment wird der präarthtrotische Zustand des Kniegelenks wieder hergestellt, was zu guten kurz- bis mittelfristigen klinischen Ergebnissen führt. Anders als beim Mechanical Alignment sind die Implantatkomponenten beim Kinematical Alignment allerdings meist nicht lotrecht zur mechanischen Beinachse ausgerichtet, was zu erhöhtem Polyethylenverschleiß und einer verkürzten Lebensdauer der Implantate führen könnte. Ziel ist es, in diesem Projekt zunächst einen Versuchsaufbau zu entwickeln, um dann den Polyethylenverschleiß von kinematisch ausgerichteten Knieimplantaten mit mechanisch ausgerichteten Knieimplantaten zu vergleichen.