Neue Projekte

Die nachstehenden Projekte befinden sich in der Anlaufphase. Der Vorstand der Stiftung hat für diese Projekte Fördermittel bewilligt und sieht den ersten Berichten mit großem Interesse entgegen.


S 03/18: "Evidenz- und konsensbasierte Indikationskriterien zur Hüfttotalendoprothese (EKIT-Hüfte)" Prof. Dr. med. Klaus-Peter Günther, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden.

Abstract: Bislang gibt es keine wissenschaftlich fundierten, an Patientenzielen ausgerichteten und unter den verschiedenen Interessengruppen im Gesundheitswesen konsentierten Indikationskriterien für die Hüft-TEP bei Coxarthrose. Unter Schirmherrschaft der DGOU sowie der Deutschen Gesellschaft für Enddoprothetik (AE) sollen Evidenz- und konsensbasierte Indikationskriterien erarbeitet werden. Wichtige Teilprojekte, für die Unterstützung der Stiftung Endoprothetik beantragt wird, sind (1) eine systematische Literaturrecherche zu allgemeinen Indikationskriterien für die Hüft-TEP bei Coxarthrose sowie zur Identifikation von Verfahren für die Bestimmung der Ergebnisqualität bzw. Prädiktoren der Behandlungsergebnisse und (2) die Identifikation von patientenrelevanten Zielen durch Patienten-Fokusgruppen-Diskussionen und einer Patienten-Delphi-Studie. Die Ergebnisse sollen als S3-Leitlinie der AWMF publiziert werden.


S 02/18: "Endoprothetische Versorgung von Patienten mit Mukopolysaccharidose und Mukolipidose" Dr. med. Sandra Breyer, Altonaer Kinderkrankenhaus, Hamburg.

Abstract: Die Mukopolysaccharidose (MPS) ist eine seltene chronisch-progressive lysosomale Speicherkrankeit mit Multiorganbeteiligung. Massive Hüftdysplasien mit fortschreitender Progredienz werden, trotz KMT und ERT, vor allem für die MPS I, II und IV, sowie für die ML III beschrieben. Hüftrekonstruktive Eingriffe werden in der Literatur angegeben. Es besteht jedoch kein Konsensus über die operativen Therapieempfehlungen. Die wissenschaftliche Aufarbeitung von Hüft- und Knieprothesen bei MPS und ML Patienten ist aktuell auf neun Veröffentlichungen mit insgesamt 16 Patienten beschränkt. Ziel unserer Studie ist es, eine internationale retrospektive Erfassung implantierter Endoprothesen (Knie- und Hüftprothesen) bei MPS und ML durchzuführen. Aufgrund der national geringen Fallzahl, ist eine Fallsammlung in sieben ausgewiesenen Zentren für seltene Erkrankungen (England, Schweiz, Österreich, Niederlande, Italien, Deutschland) vorgesehen.



S 01/18: "Vergleichende Analyse der ossären Verankerung einer zementierten Knie-Totalendoprothese – Ein Vergleich zweier Zementiertechniken am Leichenpräparat." Dr. med. Martin Schwarze, Universitätsklinikum Heidelberg.

Abstract: Unter kontrollierten Bedingungen werden zementierte femorale und tibiale Knie-Prothesenkomponenten vom Typ Attune (DePuy Synthes Vompanies, Warsaw, USA) in gepaarte Leichenknie implantiert. Hierbei werden zwei unterschiedliche Zementiertechniken angewandt. Nach röntgenologischer Verifikation der korrekten Implantatlage und partieller Fixierung in einem Kunstharzblock, werden die Implantate in einer servohydraulischen Prüfmaschine dynamisch belastet. Dabei werden Kräfte von Aktivitäten des täglichen Lebens (z.B. Treppensteigen, Aufstehen vom Stuhl, tiefe Kniebeuge) appliziert. Während der Belastung werden die Relativbewegungen zwischen Implantat und Knochen mit einem optischen Messsystem dreidimensional erfasst (Translation und Rotation). Im Anschluss wird die maximale Versagenslast in einem Zugversuch bestimmt.


S 03/17: "Einfluss des spino-pelvinen Alignements und der dreidimensionalen patientenindividuellen Rekonstruktion der Hüftgeometrie auf das klinische Outcome nach primärem Hüftgelenksersatz – eine prospektive, EOS-Imaging basierte Studie." Dr. med. Moritz Innmann / PD Dr. med. Christian Merle, MSc, Universitätsklinikum Heidelberg.

Abstract: Im Rahmen der beantragten prospektiven, klinischen, explorativen, monozentrischen Studie erfolgt erstmals die Analyse der präoperativen individuellen Patientenanatomie an Hand von 3-D-Rekonstruktionen von Wirbelsäule, Becken und Knie sowie der postoperativen Implantatposition. Die Datenerhebung erfolgte mittels des neuen Verfahrens der biplanaren Röntgenbildgebung im Rahmen der präoperativen klinisch indizierten Diagnostik mit anschließender Anfertigung der 3-D-Rekonstruktionen (EOS_Imaging (Copyright)). Die Auswertung erfolgt mittels eines multivariaten Regressionsmodells um die Interaktion der einzelnen Rekonstruktionsparameter sowie potentielle Störgrößen zu berücksichtigen. Ziel der Studie ist den Einfluss des spino-pelvinen Alignements und der dreidimensionalen patientenindividuellen Rekonstruktion der Hüftgeometrie auf das klinische Outcome nach primärem Hüftgelenksersatz zu untersuchen. Die Studie ist ein Kooperationsprojekt mit dem University College Hospital, London, UK.